Thorsten Heitzmann

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Mit gutem Olivenöl

Die meisten Nahrungsmittel kauft man, weil sie schmecken oder weil sie gesund sind. Beide Eigenschaften sind einigermassen leicht herauszufinden – über den Wohlgeschmack informieren Zunge und Nase (oder, und das sogar ganz witzig, „Merum“ – www.merum.info), über die gesundheitlichen Aspekte machen das die „Neue Post“ oder „Bild der Frau“ .

Ein Nahrungsmittel jedoch wird von vielerlei Geheimnissen umgeben. Gemeint ist natürlich Olivenöl. Olivenöl ist allerorten erhältlich, man muss es nicht mehr im Kanister aus Italien einschmuggeln, aber heutzutage muss es „gutes“ Olivenöl sein. In jeder dämlichen Zeitung die Kochrezepte abdruckt findet sich als Zutat früher oder später „ein Schuss gutes Olivenöl“ (oder, wenn ein gewisser literarischer Anspruch besteht, „einen Schuss guten Olivenöls“).

Was hat es damit auf sich? Kann ich beim Schweinefleisch das aus der Gammelfleischtheke nehmen und beim Salat den verschimmelten? Für’s Mousse au Chocolat natürlich nur „schlechte“ Schokolade? Müssen alle anderen Zutaten, bei denen das Attribut „gut“ nie steht, etwa nicht auf Herz und Nieren geprüft werden? Was steckt hinter diesem Schwachsinn?

Es ist gar nicht schwierig — wieder einmal ist es eine journalistische Dummheit, eine dieser versteckten „Ich kann das und Ihr könnt es nicht“ pseudoinformierter Wichtigtuereien. „Gutes“ Olivenöl. Pah! Nehmt einfach irgendeines, und wenn’s Euch nicht zusagt, kauft beim nächsten Mal ein anderes.

Mein Geheimtip? Griechisches Olivenöl. Das ist billiger als italienisches Olivenöl, und da italienisches Olivenöl eh in grossem Stil umgelabeltes griechisches Öl ist, ist der Genuss der gleiche. Oder natürlich das wohlschmeckende Öl des freundlichen Herrn Tallone, das wir aus den Ferien mitgebracht haben.

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